Bluetooth – Standard bei der Kurzstrecken-Kommunikation
Für die drahtlose Kommunikation zwischen elektronischen Geräten im unmittelbaren Nahbereich hat sich die Bluetooth-Technologie als Standard etabliert und den Vorgänger in diesem Bereich, die Infrarot-Technik fast vollständig verdrängt.
Eine skandinavische Entwicklung
Anfang der 90er Jahren wurde die Idee von Bluetooth geboren. Zu der Zeit versuchte ein amerikanisches Firmenkonsortium mit den Schwergewichten IBM und Hewlett-Packard an der Spitze durch die Gründung der “Infrared Data Association” (IrDA) der IrDA-Technik doch noch zum Durchbruch im Bereich der Übertragungsprotokolle für die Kurzstrecken-Kommunikation zu verhelfen. Der Plan scheiterte zum einen an den nicht zu lösenden Problemen der Technik, wie dem erforderlichen Sichtkontakt zwischen Sender und Empfänger und der hohen Störanfälligkeit. Zum anderen entstand 1994 mit Bluetooth eine Konkurrenztechnik, die der alten IrDA-Technik schon bald überlegen war. Entwickelt wurde Bluetooth als eine einmalige skandinavische Kooperation zwischen den Mobilfunkherstellern Ericsson und Nokia. Namensgeber war dann mit dem Wikingerkönig Harald Gormson BlÃ¥tand (zu deutsch Blauzahn, im eng. Bluetooth) auch bezeichnenderweise ein Mann, der sich durch die Versöhnung von Dänemark und Norwegen um den Frieden in Skandinavien verdient gemacht hatte.
Lizenzfreie Übertragung und Frequenzhopping
Die Entwicklung von Bluetooth wird heute von der Bluetooth Special Interest Group (ISG) vorangetrieben, in der einige tausend Unternehmen organisiert sind. Die Verwendung des lizenzfreien ISM-Bandes (Industrial, Scientific, Medical) im Bereich zwischen 2,402 und 2,480 GHz sorgt für einen kostenlosen Betrieb ohne Entrichtung von Lizenzgebühren. Für die hohe Stabilität und eine sehr geringe Störanfälligkeit ist das “Frequenzhopping” verantwortlich. Bei diesem Verfahren wird 1600 mal pro Sekunde der Kanal gewechselt, wodurch eine Kollision mit anderen Funktechniken, wie dem WLAN, erfolgreich vermieden wird.
Bluetoothprodukte
Da Bluetooth in der Lage ist Sprache in Echtzeit zu übertragen, wird die Technik häufig für Headsets und Freisprechanlagen benutzt. Neben der Datenübertragung vom Handy auf den PC findet der “Blauzahn” auch für Peripheriegeräte, Spielkonsolen, Navigationsgeräte und in der Medizintechnik Verwendung. Über tausend Produkte sind derzeit zertifiziert – Tendenz steigend.
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