Office Open XML – Microsoft etabliert neues Dateiformat
Für die Benutzer der Office-Suite von Microsoft wird in Zukunft ein kleines “x” eine große Bedeutung bekommen. Gemeint ist das “x” von OOXML, dem neuen Standardformat der Officefamilie. Aus .doc wird .docx, aus .xls wird .xlsx und aus .ppt wird folgerichtig .pptx. Dieses viel kritisierte Dokumentenformat gilt ab sofort als ISO-Standard, genau wie das PDF-Format oder das “Open Document Format (ODF)“, wie es OpenOffice verwendet.
Viel Kritik im Vorfeld
Der Standardisierungsprozess von OOXML (Office Open Extensible Markup Language) stand von Anfang an unter genauer Beobachtung, war doch die erste Runde der internationalen Normierungs-Oranisation ISO (International Organization for Standardization) mit einer Niederlage von Microsoft zu Ende gegangen. Hier konnten sich die zahlreichen Kritiker u.a. IBM, Sun Microsystems und Google Inc. noch durchsetzen und eine Standardisierung von OOXML verhindern. Die Kritik bezieht sich vor allem auf den Umfang der Spezifikation und auf Widersprüche zu bestehenden ISO-Normen. Diese Faktoren mache es den Mitbewerbern auf dem Markt für Office-Anwendungen extrem schwer, eigene mit MS Office kompatible Dokumente mit ihren Programmen zu generieren.
Hintergründe
OOXML soll ein offener Standard für Office-Anwendungen werden und damit Kompatibilitätsprobleme zwischen unterschiedlichen Office-Paketen (z.B. zwischen Microsoft Office und OpenOffice) in Zukunft zu vermeiden. In der Vergangenheit hatte die Firma aus Redmond ihre Dokumentformate stets selbst entwickelt und die genauen Spezifikationen geheim gehalten. Die Konkurrenz war aufgrund der Marktdominanz von MS Office gezwungen die Formate von Microsoft so gut es ging zu kopieren. Dabei kam es allerdings zu einigen Problemen und eine 100 %ige Kompatibilität wurde nie erreicht. OpenOffice arbeitete parallel mit dem ebenfalls auf XML basierenden Open Document Format (ODF), welches bereits zum ISO-Standard erhoben worden war. Nach Ansicht von Microsoft ist ODF zu sehr an die Eigenheiten und Funktionen von OpenOffice angepasst. Aus diesem Grund lehnte Microsoft eine eigene Verwendung von ODF ab und entwickelte mit OOXML einen Standard, der genau auf die Arbeitsweise von MS Office ausgelegt war.
Die Struktur von OOXML
Office Open XML speichert Dokumente in Packages, die einer ZIP-Datei entsprechen und Parts und Items enthalten. Als Parts werden die in den Dokumenten enthaltenen inhaltlichen Bestandteile bezeichnet (Text, Bilder, Graphiken). Die Items sind die entsprechenden Metadaten zu den Parts. Sie beschreiben also die Art der Parts, ihre Zusammensetzung und Position innerhalb des Dokuments.
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