Mobiles Breitband entwickelt sich wie DSL
Die Mobilfunkbranche befindet sich in Aufbruchsstimmung, und das obwohl die Geschäfte mit Gesprächen über das Handy seit geraumer Zeit stagnieren bzw. sich sogar rückläufig entwickeln, da der Umsatz pro Kunde niedriger ausfällt als noch vor wenigen Jahren und gleichzeitig eine Sättigung bei der Anzahl der Anschlüsse erreicht wurde.
Entwicklung des Datenfunks
Für die positiven Ausblicke sorgt derweil die günstige Entwicklung beim Datenfunk. Mobile Internetzugänge stellen mit der Mobilfunktechnologie der dritten Generation (3G) keine größere Hürde mehr dar und werden dank weithin verfügbarer UMTS Funkabdeckung auch immer öfter in Breitband-Geschwindigkeit realisiert. Das Mobile Internet ist für die Netzbetreiber als Wachstumstreiber inzwischen so interessant geworden, dass man konsequent in den Aufbau von Strukturen investiert, mit deren Hilfe sich noch mehr Nutzer mit noch höherer Geschwindigkeit von unterwegs ins Internet einklinken können.
Allerdings hatte in der Vergangenheit so mancher Anbieter Probleme bei der transparenten Darstellung seiner Zugangstarife. Bei den ersten UMTS Flatrate Angeboten wurde gerne mal aus Rücksicht auf die für die Profitabilität nötige Mischkalkulation verschwiegen, dass man Poweruser gar nicht gerne sieht und ein Flatrate-Produkt im eigentlichen Sinn überhaupt nicht anbieten kann. In der Folge kam es entweder zu für die Nutzer überraschenden Drosselungen des Internetzugangs oder – noch drastischer – zur fristlosen Kündigung des Mobilfunkvertrages wegen ‚missbräuchlicher Nutzung‘. Dieses Verhalten erinnerte an den Umgang von DSL- Anbietern mit unliebsamen Flatrate-Kunden in Zeiten, wo ein exorbitantes Übertragungsvolumen des Anschlussinhabers die Rentabilität des Betreiber-Geschäftsmodells gefährdete.
Flatrate für mobiles Breitband
Das langfristige Kundenbindung in einem Boomsegment anders aussieht haben die nachhaltiger agierenden Netzbetreiber und Anbieter inzwischen erkannt und Produkte mit klar definierten Leistungen und transparenten Fixkosten auf den Markt gebracht. Ein Prototyp dieser Erkenntnis ist die kürzlich auf den Markt gekommene Fair-Flatrate Moobiair, die bis zu einem monatlichen Übertragungsvolumen von 10 Gigabyte die volle Datenrate in dem auf HSDPA ausgebauten D1-Netz von T-Mobile ermöglicht. Ist die 10-GB-Grenze in einem Monat erreicht, wird die Verbindungsgeschwindigkeit für die verbleibende Zeit des Monats auf ISDN-Niveau herunter geregelt. So können Betreiber und Nutzer besser kalkulieren als das bei Flatrate-Versprechen der Fall war, die bei zu intensiver Nutzung nicht eingehalten werden konnten.
Im Übrigen beschränkt sich der gegenwärtige Trend weitestgehend auf Laptop-Verbindungen. Handy Internet Flatrates sind auch in Zeiten von iPhone und HSDPA (noch) nicht so interessant, da die Ergonomie der Hard- und Software sowie das Angebot entsprechend mobiler Anwendungen zu oft unzureichend sind.
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